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Struma

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| Definition |
| Unter einer Struma (Kropf) versteht man eine Vermehrung von
Schilddrüsengewebe bzw. eine Zunahme der Follikelzahl. Dabei
unterscheidet man zwischen der diffusen Verlaufsform (ohne tastbare
Knoten) und Knotenstrumen (Struma nodosa).
Bei einer Struma kann die Schilddrüsenfunktion normal, vermindert
oder erhöht
sein. Liegt eine normale Stoffwechsellage vor, spricht
man von einer euthyreoten Struma.
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| Ursache |
| Bei einer Struma (Kropf) finden sich zumeist keine
pathologischen Schilddrüsenwerte. Die Serumspiegel der
Schilddrüsenhormone Thyroxin
(T3) und Trijodthyronin
(T4) sowie des Thyreoidea-stimulierenden
Hormons (TSH) liegen im
Normbereich (eine alleinige Bestimmung des TSH reicht in der Regel aus).
Die Ursache liegt in einer zu geringen Jodzufuhr mit der Nahrung. Dies
führt dazu, dass die Einlagerung von Jod in die Hormone (3 bzw. 4
Jodatome) in unzureichendem Maße stattfindet. Durch das verstärkte
Wachstum von Gewebe versucht der Körper, dieses Defizit auszugleichen. Dass
dies bis zu einem gewissen Grad möglich ist, beweisen die normalen T3-
und T4-Spiegel im Blut.
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| Krankheitsverlauf |
| Solange die mangelnde Versorgung durch das Dickenwachstum
und die Erhöhung der Bioverfügbarkeit des mit der Nahrung zugeführtes
Jods kompensiert werden kann, treten außer der Kropfbildung keine
Mangelsymptome auf. Ein länger bestehender Jodmangel führt zu einem
Umbau der Schilddrüse und zur Vermehrung einzelner Zellgruppen. Handelt es sich
dabei um Zellen, die unabhängig von Hypothalamus und Hirnanhangdrüse
Schilddrüsenhormone produzieren, spricht man von Autonomien. Diese
können über die gesamte Schilddrüse verteilt (disseminierte Autonomien)
oder auf knotige Areale beschränkt (fokale Autonomien oder "heiße
Knoten") sein. Im Szintigramm stellen sich diese Areale besonders
kräftig dar. Die sogenannten heißen Knoten sind in der Regel nie
bösartig.
Wenn die Menge des von diesem autonomen (nicht mehr steuerbaren) Zellen
produzierten Schilddrüsenhormons den Bedarf des Körpers übersteigt,
kommt es zur Entwicklung einer
Schilddrüsenüberfunktion.
Die sogenannten "kalten Knoten" sind gekennzeichnet
durch eine lokale Vermehrung von nicht-hormonaktiven Zellen. Bei diesen
Knoten besteht ein Risiko von 1-5%, dass es sich bei den Zellen um
bösartige Tumorzellen handelt (follikuläres, papilläres, medulläres
oder anaplastisches Schilddrüsenkarzinom).
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| Therapie |
| Eine vorhandene Struma kann durch eine ausreichende Zufuhr
von Jod (Jodid) und/oder die Gabe von Schilddrüsenhormonen
(L-Thyroxin) zurückgebildet werden. Führt der Kropf zu mechanischen
Komplikationen, ist eine eine Entfernung von Schilddrüsengewebe
erforderlich.
Bei einer vollständigen Entfernung der Schilddrüse ist im Anschluss an die Operation
eine medikamentöse Gabe von L-Thyroxin erforderlich. Bei einer
einseitigen Schilddrüsenresektion reicht postoperativ oft eine ausreichende Jodzufuhr
als Wachstumsprophylaxe aus.
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| Prophylaxe |
| Für die Therapie und Prophylaxe der
euthyreoten Struma wird nach D-A-CH eine orale Jodzufuhr von täglich
200 µg, während der Schwangerschaft und Stillzeit 260 µg empfohlen.
Da der Jodgehalt der Böden regional schwankt und von Norden nach Süden
abnimmt, trägt der Verzehr von Seefisch maßgeblich zur
Bedarfsdeckung bei (siehe Tabelle). Daher sollten zwei Fischmahlzeiten pro Woche eingeplant werden.
Milch und Milchprodukte sowie der Einsatz von jodiertem Speisesalz können
ebenfalls zur Bedarfsdeckung beitragen.
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Jodidgehalt einiger Lebensmittel
(Quelle: B. Kluthe: PRODI 4.5 LE, 2000) |
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Lebensmittel |
Jodidgehalt in µg pro 100g |
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Jodiertes Salz |
2000 |
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Lebertran |
860 |
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Rotalge Pulver |
358 |
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Schellfisch |
190 |
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Kabeljau |
170 |
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Krabben, Garnelen |
130 |
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Jacobs- und Venusmuscheln |
120 |
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Seehecht |
94 |
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Rotbarsch |
76 |
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Hartkäse Magerstufe |
58 |
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Matjeshering |
56 |
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Makrele geräuchert |
53 |
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Hartkäse |
52 |
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Heilbutt |
52 |
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Rotbarsch |
52 |
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Schnittkäse, Gouda, Edamer, Butterkäse,
Schmelzkäse
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35 |
Trotz der Einführung dieses Salzes leiden etwa 13% der deutschen
Bevölkerung an einer Vergrößerung der Schilddrüse, die durch eine
unzureichende Jodzufuhr hervorgerufenen wird.
Ausführliche Informationen über die Jodversorgung können Sie im
Kapitel Jodversorgung nachlesen!

Geändert am:
09.01.2006
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