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1. Morbus Basedow / Basedow-Hyperthyreose
Die Ursache der Schilddrüsenüberfunktion vom Typ Morbus Basedow
liegt in einer chronischen Entzündung der Schilddrüse. Wie bei der
sogenannten Hashimoto-Thyreoiditis sind im Blut Antikörper gegen
bestimmte Eiweißfraktionen (Thyreoglobuline) nachweisbar. Damit zählt
der Morbus Basedow zu den Autoimmunerkrankungen.
Während es bei der Hashimoto-Thyreoiditis zu einer Zerstörung von
Schilddrüsengewebe und damit zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommt, werden beim
Morbus Basedow spezifische Antikörper gebildet (Thyreoidea-stimulierende
Immunglobuline), die zu einer gesteigerten Hormonproduktion und damit
zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Bei 5-10% der Patienten treten
gleichzeitig weitere Autoimmunerkrankungen wie z.B. Diabetes mellitus
Typ 1, Morbus Addison oder Blutarmut (perniziöse Anämie) auf.
2. Schilddrüsenautonomie
Im Gegensatz zum Morbus Basedow ist die Ursache der Schilddrüsenautonomie
auf die
Schilddrüse begrenzt. Hier unterliegen die Schilddrüsenzellen nicht
mehr dem Regelkreis der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), sondern
produzieren unabhängig (autonom) Schilddrüsenhormone, ohne
Berücksichtigung der vorliegenden Serumkonzentrationen im Blut. Dieser Vorgang
ist wahrscheinlich die Folge der Anpassung des Körpers an einen über
einen längeren Zeitraum bestehenden Jodmangel.
Wenn dieses Phänomen auf einzelne Bezirke (Knoten) beschränkt ist, spricht
man von fokalen Autonomien, sind diese Areale gleichmäßig über die
Schilddrüse verteilt, liegt eine disseminierte Autonomie vor.
3. Akute Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis de
Quervain)
Akute Entzündungen der Schilddrüse führen zu einer verstärkten
Freisetzung der bereits synthetisierten Hormone aus dem zerstörten
Gewebe (Kolloid). Daher ist eine Behandlung mit Medikamenten, die die
Hormonsynthese hemmen (Thyreostatika), nicht angezeigt. Gute Erfolge werden hingegen mit
entzündungshemmenden Wirkstoffen wie z.B. Glucocorticoiden erzielt. In
der Regel heilt die Erkrankung und die dadurch induzierte
Schilddrüsenüberfunktion nach Wochen bzw. Monaten ohne Folgen aus.
4. Weitere Ursachen der Hyperthyreose
Als weitere Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion kommen hormonproduzierende
Metastasen von Schilddrüsen-Karzinomen oder hormonhaltige Medikamente in
Frage (z.B. Schlankheitspräparate, die häufig von Bulimikern missbraucht werden).
Bei vorbestehenden Autonomien (fokal oder disseminiert) kann sich durch
eine übermäßige Jodzufuhr (jodhaltige Kontrastmittel, jodhaltige
Desinfektionsmittel, extrem jodierte Lebensmittel oder sehr große Mengen
Seefisch) ebenfalls eine Hyperthyreose entwickeln.
5. Sekundäre Schilddrüsenüberfunktion
Sekundär bedeutet, dass die Hyperthyreose als Folge einer anderen
Grunderkrankungen auftritt. Dies ist bei Tumoren der Hirnanhangdrüse der
Fall, die das Hormon TSH vermehrt bilden und auf diesem Weg eine Überfunktion
hervorrufen. Eine weitere Ursache kann das verminderte Ansprechen der
Schilddrüsenhormon-produzierenden Zellen auf erhöhte erhöhte T3- und
T4-Werte sein (Hormonresistenz), wodurch der Rückkopplungsmechanismus
gestört ist. Sekundäre Hyperthyreosen sind äußerst selten.
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