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| Einleitung |
| Der Begriff Diabetes
mellitus bedeutet frei übersetzt soviel wie "honigsüßer
Durchfluss", d.h. die Zuckerkrankheit ist gekennzeichnet durch
dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte. Verursacht wird dies durch eine
mangelnde Ausschüttung bzw. Wirkung des Hormons Insulin,
das für den Transport von Glucose (Zucker) in die Zellen
verantwortlich ist.
Man unterscheidet dabei zwischen dem Diabetes mellitus Typ 1, von
dem hauptsächlich junge Menschen betroffen sind, und dem Typ 2, an
dem vorwiegend ältere Menschen leiden. Die wichtigsten
Unterscheidungsmerkmale sind in der folgenden Tabelle
zusammengefasst.
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Typ 1-Diabetes |
Typ 2-Diabetes |
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Alter des Auftretens |
vorwiegend im Jugendalter, aber auch im Erwachsenenalter |
vorwiegend im mittleren bis höheren Alter |
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Auftreten |
rasch und merkbar |
langsam, zunächst unbemerkt |
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Übergewicht |
selten |
sehr häufig |
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Kennzeichen |
verminderte bzw. fehlende Insulinproduktion |
verzögerte Insulinabgabe, verminderte Insulinwirkung |
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Blutzucker |
erhöht, oft schwankend |
erhöht, oft stabil |
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Richtige Ernährung |
erforderlich |
erforderlich, manchmal als alleinige Therapie ausreichend |
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Insulinbehandlung |
immer erforderlich |
zu Beginn nicht erforderlich |
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Blutzuckersenkende Tabletten |
unwirksam |
meistens wirksam |
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| Diagnose |
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Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bzw. der
American Diabetes Association (ADA) kann ein Diabetes mellitus dann
diagnostiziert werden, wenn klassische Symptome (v.a. verstärkter
Durst und Harndrang, Abgeschlagenheit, Juckreiz) und ein
Gelegenheitsblutzucker über 200 mg/dl oder ein Nüchtern-Plasma-Glucosewert
über 125 mg/dl (7 mmol/l) mit Wiederholungsmessung vorliegen.
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| Folgeerkrankungen |
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Die Folgen dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte (Hyperglykämie) sind vielfältig.
Betroffen sind in erster Linie die Gefäße der Diabetiker. Eine
schlechte Blutzuckereinstellung geht im Vergleich zu
Stoffwechselgesunden mit einer höheren Sterblichkeit in Bezug auf
Herzinfarkt und Schlaganfall einher. Die Arteriosklerose
(Arterienverkalkung) manifestiert sich häufig auch an Augen und
Nieren. Daher sind viele schlecht eingestellte Diabetiker aufgrund
einer Niereninsuffizienz auf eine Dialysebehandlung angewiesen.
Neben der Arteriosklerose kann ein Diabetes mellitus zu
Nervenschädigungen führen. Bei der autonomen Neuropathie sind innere
Organe betroffen, während es bei der peripheren Neuropathie zu
Wahrnehmungsstörungen an den unteren Extremitäten kommen kann.
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| Therapie |
| Beim Diabetes mellitus Typ 1 steht die exogene
Gabe von Insulin im Vordergrund, da die körpereigene Produktion
dieses Bauchspeicheldrüsen-Hormons völlig fehlt. Die Dosis muss an
die Menge der verzehrten Kohlenhydrate angepasst
werden (Basis-Bolus-Therapie). Kohlenhydrate sind die einzigen
Nährstoffe, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lassen. Dennoch
sollten 55% der Gesamtenergie in Form von Kohlenhydraten verzehrt
werden. Die Abschätzung der Kohlenhydratmenge erfolgt mit Hilfe von Brot- oder
Berechnungseinheiten (BE). Patienten, die am Typ 2-Diabetes leiden, sind zu etwa 90%
übergewichtig. Dies hat eine verminderte Insulinwirkung zur Folge
(Insulinresistenz). Eine Reduktion des Körpergewichts reicht daher
häufig als alleinige Behandlungsmaßnahme aus. Zusätzlich können
Medikamente einsetzt werden, die die Kohlenhydratresorption
verlangsamen (Glucosidase-Inhibitoren), die Insulinsekretion
fördern (Sulfonylharnstoffe) oder der Insulinresistenz
entgegenwirken (Biguanide). Erst wenn diese Maßnamen nicht den
gewünschten Erfolg bringen, kommt eine Insulintherapie zum Einsatz.
Neben einer kompetenten Betreuung durch einen erfahrenen
Diabetologen spielt die Eigenverantwortung des Patienten eine
wichtige Rolle. Durch regelmäßige Selbstkontrollen (Blut-
bzw. Urinzuckerkontrolle) nimmt der Patient aktiv an der
erfolgreichen Behandlung seiner Erkrankung teil. Sowohl Typ 1- als
auch Typ 2-Diabetiker erlernen diese Fähigkeiten am besten in einer
strukturierten Diabetiker-Schulung, wie sie von vielen
Diabeteszentren angeboten werden.
Hinweise zur Patientenschulung im Diabeteszentrum Nordschwarzwald
sowie zu weiteren Angeboten erhalten
Sie hier!
Ausführliche Informationen zur richtigen Ernährung bei Diabetes
mellitus können Sie beim Deutschen
Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet) nachlesen!
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