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| Einleitung |
Die Naturheilkunde verwendet
natürliche Reize wie Wasser, Bewegung und sogenannte ortgebundene
Heilfaktoren (Lage, Klima, Mineralquellen, Moor) für die Therapie
und Prävention spezieller Erkrankungen. Sie ist eine Alternative
für viele (vor allem chronisch) Kranke, deren Beschwerden durch
die konventionelle Medizin nicht gelindert werden können.
Dabei steht eine ganzheitliche Betrachtungs- und Behandlungsweise
im Vordergrund. Das Ziel muss daher sein, die verschiedenen therapeutischen
Möglichkeiten (Schulmedizin, Naturheilverfahren) nicht gegeneinander
auszuspielen, sondern für den Patienten die geeignete Synthese der
verschiedenen Therapiemöglichkeiten zu finden. Die sogenannten "klassischen" oder "echten"
Naturheilverfahren nach Kneipp umfassen folgenden Behandlungskonzepte.
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| Hydrotherapie |
| Der Hydrotherapie liegen über 130 verschiedene
Wasseranwendungen zugrunde. Die vielfältigen Variationsmöglichkeiten erleichtern dem
Behandler eine Anpassung der Therapie an die
individuellen Bedürfnisse des Patienten. Die externe Wasseranwendung wirkt sich über die Haut auf das
vegetative Nervensystem aus, wodurch u.a. die Blutgefäße, die Muskulatur
sowie der Stoffwechsel beeinflusst werden.
Durch die gezielt eingesetzten Temperaturunterschiede werden Reize
gesetzt, auf die der Körper mit einer bestimmten Gegenregulation
antwortet. Ein wichtige Rolle spielt dabei die Reizintensität, die
auf den Reaktionszustand des Einzelnen abzustimmen ist.
Durch das Zusammenspiel von Reiz und Gegenregulation entsteht ein
Trainingseffekt, der sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Die
Durchblutung wird gefördert und es stellt sich ein allgemeines
Wohlgefühl ein. Aufgrund der Gefäßverengung und -erweiterung infolge
der Temperaturunterschiede werden diese elastischer, wodurch der Blutdruck
und somit die Gefahr einer Arteriosklerose
("Arterienverkalkung") verringert werden. Die Hydrotherapie kann
also auch zur Prävention von bestimmten Krankheiten eingesetzt werden.
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| Bewegungstherapie |
| Eine weitere Säule der Kneipp-Anwendungen stellt die
Bewegungstherapie dar. Hier wechseln sich Belastungs- und
Regenerationsphasen ab, woraus der Trainingsreiz resultiert. Trainiert
werden dabei der Bewegungsapparat und das Herz-Kreislauf-System. Weiterhin
dient die körperliche Aktivität der Entspannung und wirkt sich positiv
auf den Blutzucker, den Blutdruck, den Fettstoffwechsel sowie das Gewicht
aus.
Bei der Bewegungstherapie sollten die Präferenzen der Patienten
berücksichtigt werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die
Aktivitäten fortgeführt und im Alltag beibehalten werden. Bevorzugt
sollten Ausdauersportarten wie z.B. Walking, Schwimmen, Radfahren und
Gymnastik ausgeübt werden, während Sportarten mit kurzen
Belastungsspitzen (Sprint, Gewichtheben etc.) weniger geeignet sind.
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| Phytotherapie |
| Unter der Phytotherapie versteht man den Einsatz von pflanzlichen (griech.:
phyto) Wirkstoffen. Das frühere Problem der ungenauen
Dosierbarkeit und dem wechselnden Gehalt an Inhaltsstoffen konnte durch
moderne Standardisierungsmaßnahmen erheblich verbessert werden. So lassen
sich die Wirkstoffe gezielt zur Behandlung und Prävention von
verschiedenen Krankheiten einsetzen.
Aus der Vielzahl der Pflanzenstoffe werden hauptsächlich mild wirkende
Substanzen verwendet, die sich durch ihre nahezu vollständige
Nebenwirkungsfreiheit auszeichnen. Sie können äußerlich als
Badezusätze und Salben oder in Form von Tees, Pflanzensäften und Dragees
verabreicht werden.
Die Anwendungsgebiete der Phytotherapie reichen von der Behandlung
chronischer Beschwerden wie z.B. Rheuma bis hin zur Stärkung des
Immunsystems. Weiterhin dienen diese pflanzlichen Arzneistoffe der
Anregung des Stoffwechsels sowie der Vorbeugung verschiedener Krankheiten.
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| Ernährungstherapie |
| Den Nutzen der Ernährungstherapie erkannte Kneipp
bereits im 19. Jahrhundert. Die Grundlage hierfür stellt eine ausgewogene
und gesunde Ernährung dar, wie sie im wesentlichen auch heute von der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Dabei kommt
es auf eine bedarfsgerechte Energiezufuhr und auf eine sinnvolle Auswahl
der Lebensmittel an, die reich an essentiellen Nährstoffen und arm an
Schadstoffen sind. Extreme und einseitige Ernährungsformen wurden von
Kneipp abgelehnt. Weitere Infos zu diesem Thema erhalten Sie unter dem
Stichwort "Ernährungsmedizin"!
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| Ordnungstherapie |
| Das Ziel der Ordnungstherapie ist die Herstellung eines
inneren und äußeren Gleichgewichts im Rahmen einer ganzheitlichen
Therapie, die die vier anderen Kernelemente der Kneipp-Therapie (Wasser,
Bewegung, Pflanzen, Ernährung) miteinander vereint. Die körperliche und
geistige Leistungsfähigkeit ist dabei tageszeitlichen (zirkadianen)
Schwankungen unterworfen, die es bei der Behandlung zu berücksichtigen
gilt.
Die Ordnungstherapie beinhaltet alle Maßnahmen einer gesunden
Lebensweise, d.h. Meiden von Risikofaktoren, Genussgiften und Stress. Eine
Entspannung soll durch einen geeigneten Wechsel aus Aktivität und
Entspannung erreicht werden. Entspannungsfördernde Maßnahmen wie Yoga,
Qi Gong, Thai Chi etc. kommen ebenfalls zum Einsatz.
"Erst als ich daran ging,
Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen,
hatte ich vollen
Erfolg"
(Sebastian Kneipp).
Ausführliche Informationen zum Thema
Naturheilverfahren sowie deren klinischen Anwendung können Sie auf den
Seiten der Klinik
Hohenfreudenstadt nachlesen.

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