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| Einleitung |
| Die Balneologie zählt zu den ältesten Naturheilverfahren überhaupt.
Neben der gezielten Anwendung warmer Wässer kamen im Laufe der Zeit Torf, Mineralwässer,
Sand, Schlamm, Kreide und das Kohlendioxid-Gas hinzu. Die Wirkungen der
Bäder können durch verschiedene Badezusätze modifiziert werden.
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| Wirkungen der Balneologie |
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Die Wirkungen sind abhängig von der Tageszeit und von der Temperatur des
Wassers. Grundsätzlich gilt:
Chronische Erkrankungen werden mit Wärme oder kurzdauernder Kälte
behandelt, akute und schmerzhafte Erkrankungen mit Kälte.
Die Wirkung der Wärme wird in Form von
- Wickeln und Packungen
- Wasseranwendungen
- Peloidbädern
- Sauna und Dampfbädern
- Massagen und
- Licht
genutzt. Wärme weitet die Blutgefäße, fördert die Durchblutung,
regt den Zellstoffwechsel an, entspannt die Muskeln und dämpft das
Schmerzempfinden. Sie wird am besten in den Nachmittagsstunden appliziert,
weil dann die Wirkung auf die Blutgefäße und die Schwitzbereitschaft am
größten ist.
Kälte kommt als
- Fertigeis
- kalte Luft (bis -30º C)
- kaltes Wasser
- Wechselbad
- Wechseldusche
- Wassertreten und
Schneetreten
zur Anwendung. Die Kälte zieht die Blutgefäße zusammen, die
Muskulatur spannt sich kurzzeitig an, Schwellungen werden vermindert und
entzündungsbedingte Schmerzen gedämpft. Außerdem werden Herzschlag,
vegetatives Nervensystem und Darmtätigkeit angeregt. Vormittags während
der sogenannten Aufheizphase entfalten Kaltreize ihre Wirkung am besten,
dies bedeutet aber auch, dass die Belastung für den Kreislauf durch
Kälteanwendungen in den frühen Morgenstunden besonders hoch ist.
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| Beispiele und Indikationen |
Güsse werden mit einem Schlauch oder einer Gießkanne aus geringer
Entfernung von außen in Richtung des Herzens durchgeführt, z.B. von den
Füssen zum Knie. Dabei kommen unterschiedliche "Gussformen" bei
verschiedenen Indikationen in Frage.
- Knieguss: Kopfschmerzen, Migräne, niedriger
Blutdruck, Schlafstörungen, Krampfadern, Prellungen, Vorbeugend bei
Gefäßschäden etc.
- Schenkelguss: Krampfadern, Muskelrheumatismus,
Hüftgelenksbeschwerden
- Armguss: Nervosität, Erkältung
- Brustguss: chronische Bronchitis, Bronchialasthma,
Lungenerkrankungen
- heißer Nackenguss: Nacken- und Kopfschmerzen
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| Anwendung von Heilpflanzen als
Badezusätze |
Bei der äußerlichen Anwendung von Heilpflanzen spielen
Badezusätze eine wichtige Rolle. Neben der rein
"physikalischen" Wirkung des Wassers (Wassertemperatur und
Wasserdruck) können die pflanzlichen Zusätze - insbesondere
ätherische Öle - selber wirksam werden, und zwar durch
- durch Stimulierung des Geruchsorgans im Sinne einer Aromatherapie
- durch Stimulierung von Rezeptoren an bzw. in der Haut
- nach Resorption (Aufnahme) durch die Haut.
Die Wirksamkeit bestimmter Badezusätze konnte durch verschiedene
kontrollierte wissenschaftliche Studie nachgewiesen werden. Im folgenden
sei auf einzelne Indikationen und Wirkungen näher eingegangen:
| Bäder |
Pflanzen |
Wirkung |
| Beruhigungsbäder |
Baldrian, Melisse, Hopfenextrakt,
Citronellöl, Lavendelöl |
sedierend, schlaffördernd,
entspannend |
| Rheumabäder |
Eukalyptusöl, Heublumenöl bzw.
-extrakt, Koniferenöl, Menthol, Wacholderöl, Wintergrünöl |
entzündungshemmend,
durchblutungsfördernd, schmerzlindernd |
| Erkältungsbäder |
Eukalyptusöl, Kampfer, Koniferenöl,
Menthol, Thymianöl |
durchblutungsfördernd auf Nasen-
und Rachenschleimhaut: Verbesserung der Immunabwehr,
schleimlösend, krampflösend |

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